Wand Inn Fluss | Richard Schwarz

Rückblick:

Fotos: VORBRENNER

Wand Inn Fluss
Die Dynamik einer WasseroberflŠche wird zur Grundlage fŸr eine Lichtwand in(n) Fluss; zum Eintauchen in die QualitŠten eines Naturschauspiels.

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Ausgangspunkt
Das Schlagwort „flow“ – im Fluss – bezeichnet einen Zustand, wo vieles ohne MŸhe weitergeht. Dieser Fortschritt wird dabei auf die Person bezogen, die den ‚flow‘ hat. Hier ist eine Wand aus Licht im Fluss und wird begleitet vom Klang des DahinplŠtscherns – die Person bleibt dabei Betrachter. PassivitŠt und Ruhe haben einen schweren Stand, wenn bestŠndig die Forderung nach mehr Wachstum wiederholt wird, doch sind sie Kern eines achtsamen Umgangs mit Ressourcen, mit unserer Umwelt. Wer geht, sitzt, schaut, bedenkt, … der hŠlt seinen škologischen Fu§abdruck schmal und entdeckt wohl hin und wieder, dass manches einfach entschwimmen kann. Es fŠllt uns schwer, bei solchen TŠtigkeiten ein gutes GefŸhl zu entwickeln, den Leerlauf zu vertreten im Angesicht der Konjunkturen; dieses Werk versucht, dem ‚einfachen‘ Betrachten und Wahrnehmen Raum zu geben.

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Form und Funktion
Das 3x5m gro§e Werk (Bild 1) aus Licht und Klang reduziert das Naturschauspiel ‚Fluss‘, das der Inn bietet, auf 96 LichtwŸrfel und eine Tonspur. Die Dynamik der WasseroberflŠche dient als Grundlage fŸr die pulsierenden Elemente der Lichtwand (Video 1). ‚Kern‘ der LeuchtwŸrfel sind LED-Module, die einzeln mit Helligkeitswerten angesteuert werden. Aals ‚HŸlle‘ dient Papier, das die ‚Pixel‘ der Lichtwand als WŸrfel rŠumlich erscheinen lŠsst (Bild 2). Dadurch erhŠlt dieses 8×12-Pixel-Display eine Struktur, die sich dadurch verstŠrkt, dass alles an GummischnŸren aufgehŠngt ist und so eine Dynamik in die Reihen kommt (Bild 3); die Pixel richten sich ein wenig nach links oder rechts aus.
Den Raumklang bildet eine unbearbeitete Feldaufnahme eines Baches. Die KlŠnge der einzelnen Wellen mischen sich zu einem flie§enden Klangeindruck, der die Lichtwand begleitet.
Ein Naturschauspiel wird hier in abstrakter Form wiedergegeben – medial vermittelt Ÿber ein un-flaches ‚Display‘. Einerseits um ein Ambiente fŸr das ‚Flie§en-lassen‘ des Alltags und eine Auszeit nahezulegen. Andererseits um zur (Wieder)Entdeckung des Flusses Anlass zu geben, der Innsbruck durchflie§t, ohne dass er als imposanter Fluss mit seinen Eigenschaften wahrgenommen werden wŸrde.

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AusfŸhrung
Technisch betrachtet ist die Installation ein reduziertes Display, das auf einer FlŠche von 3x5m mit 96 Pixeln Graustufenwerte wiedergibt. Die Pixel (= die LeuchtwŸrfel) haben die Grš§e 7x7x7cm, worin sich ein LED-Modul befindet. Jedes wird mittels LED-Driver mit einem zugewiesenen Helligkeitswert angesteuert. Das gesamte Display steuert ein Microcontroller, der pro Frame/Bild 96 Helligkeitswerte weitergibt. Die Daten dafŸr stammen von einer Videoaufnahme einer WasseroberflŠche des Inns, wovon Pixel, entsprechend der Position in der Lichtwand, ausgewertet wurden. Der Kontrast zwischen Wellenberge und -tŠler lieferte die verwendeten Werte.

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Vermittlung
Die PrŠsentation von Wand Inn Fluss fand im [Freien Theater Innsbruck](http://freiestheater.at/) von 01.bis 13.10.2015 im Rahmen von VORBRENNER15 statt.
Am 3.10. war das Werk Teil der [Langen Nacht der Museen](http://langenacht.orf.at/museum/bl/tirol/li/freies-theater-innsbruck/) (Bild 5, Foto: Daniel Dlouhy) und am 10.10. tauchte die TŠnzerin und Choreographin Sabine Prokop in einer Performance in das Werk ein (Bild 6).