3. – 13.10.2019 | How to protect your internal ecosystem? | Miriam Schmidtke

 

Protect your inner ecosystem

Ein Projekt von Miriam Schmidtke

Um Computerchips herzustellen sind Orte minimalster Luftverschmutzung nötig, sogenannte Reinräume. Die Fabriksarbeit ist monoton und sozial isoliert. Die dort gefertigten Chips landen unter anderem in Smartphones, also jenen Gadgets, die für die Digitalisierung verantwortlich sind und das fordistische Arbeitssystem abgelöst haben. Anstelle dessen ist ein Selbstverwirklichungsimperativ getreten, durch den wir lernen perfekt zu repräsentieren.

Die Konsequenz: Wir studieren die besten Posen, die wir im Alltag stets wiederholen. Unsere eigene Performance wird selbst wieder zur Fließbandarbeit. Ausgehend von der Metapher der Fertigungskette in einem Reinraum entsteht eine Stückentwicklung an der Schnittstelle von Regie, Video, Sound und Choreografie, die die gegenläufigen Aspekte der Fabriks-Innen- und der gesellschaftlichen Außenwelt miteinander in Beziehung setzt. Die Medienkünstlerin Miriam Schmidtke reflektiert durch die Metapher des in sich abgeschlossenen Reinraums, einem Ausnahmeort sondergleichen, über Perspektiven der Selbstinszenierung und fragt sich: Inwieweit ist ein Rückzug aus all dem als schützenswerte Strategie möglich und nötig? How to protect your internal ecosystem?

Projektzeitraum BRUX: 3.-13. Oktober 2019

Vorstellungen:
Fr, 11.10.2019 und Sa, 12.10.2019 um 20h

Eine Stückentwicklung von Miriam Schmidtke (Konzept, Regie, Performance) in Zusammenarbeit mit Martin Siemann (Video, Technik), Fabian Garrido (Komposition), Florian Kiehl (Kostüm), u. a.

Miriam Schmidtke, Medienkünstlerin und Regisseurin, studierte Raumszenarien, Bühnenbild sowie Bildhauerei in Berlin und Tokio. Ihre Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Regie, Performance, Skulptur und Video. Schwerpunkte ihrer Installationen und Inszenierungen sind gebaute Räume, choreografierte Bewegungsabläufe und die Performance von Frauenfiguren in der postmodernen Gesellschaft. Sie lebt und arbeitet in Wien und Berlin.