16. – 23.06.2019 | Du bist mit den Augen woanders | Dagmar Schwitzgebel

 

Du bist mit den Augen woanders

Ein Projekt von Dagmar Schwitzgebel

Das Projekt befasst sich mit der Frage, ob und inwiefern aktuelle Krisen durch moralische Abgrenzung ignoriert werden und was es bedeutet, genau hinzuschauen. In Form eines Workshops wird gemeinsam mit den Teilnehmer*innen die biblische Geschichte von Lot im Alten Testament erforscht und die Ergebnisse anschließend öffentlich gezeigt.

Lot musste fliehen, als »der Herr brennenden Schwefel auf Sodom und Gomorra regnen ließ«, weil es angeblich in Sodom und Gomorra keine »rechtschaffenen Menschen« gab. Lots Frau blickte zurück und verwandelte sich in eine Salzsäule. Es wird untersucht, auf welche Weise die Leugnung von Krieg und Terror als »gerechte« Tugend, als Überlebensinstinkt oder als Ablehnung von Verantwortung (wie die Leugnung vom Holocaust) angesehen wird.

„Church of Performance“ präsentiert ihr neuestes Workshop-Programm: Eine Einführung in die Gestaltung ritualistischer Performances für Performer*innen und Nicht-Performer*innen, die neue Fähigkeiten entwickeln und den Entstehungsprozess dieser einzigartigen Form von Grund auf verstehen wollen.

Durch Diskussion, Reflexion und Verkörperung wird die Geschichte neu ausgelegt und die Bedeutung sozialer Wertvorstellungen durch christliche Prägung auf die Probe gestellt. Wir greifen spielerisch auf die reiche Symbolik und Ikonografie religiöser Kunst zurück, die neu konfiguriert wird und neue Bedeutung gewinnt, indem sie plurale und nicht fixierte Identitäten enthüllt, die langsam in Zeit und Raum entstehen und sich fließend entwickeln.

Projektzeitraum BRUX: 16.-23. Juni 2019

Veranstaltungen:
Beginnzeiten und Workshop-Dauer werden noch bekannt gegeben wird rechtzeitig bekanntgegeben, Interessierte (+18) bitte bis spätestens 1. Juni melden unter: churchofperformance(at)outlook.com

Dagmar Schwitzgebel ist eine in England ansässige Performance Künstlerin. Sie hat eine Reihe Strategien entwickelt, um den urbanen Dialog zu fördern. Durch Performance Interventionen schafft sie kommunale Nischen oder soziale Oasen für ihre Partizipanten. Für Dagmar Schwitzgebel versucht durch Aktivismus und Performance, Teilnehmer zu mobilisieren. Sie benützt in ihre Arbeit oft mobile Modi und sucht damit eine Neupositionierung der Haltung gegenüber kommunalen und globalen Fragen. Zurzeit arbeitet sie als Teil einer Kollaboration, der „Church of Performance“.